Degollada de Peraza

Der "Degollada de Peraza" ist ein beliebter Aussichtspunkt in etwa 15 Kilometern Entfernung zur gomerischen Hauptstadt, der sich an der Verbindungsstraße zwischen San Sebastián und Vallehermoso befindet. Wer ohnehin gerade auf dem Weg in einen der beiden Ferienorte ist, der sollte auf jeden Fall einen Zwischenstopp an dieser Sehenswürdigkeit einlegen – alternativ lohnt sich aber auch eine Wanderung zu dem Aussichtspunkt, die durch malerisches Grün und exotische Natur führt.

Genau genommen handelt es sich bei der Degollada de Peraza um eine in 900 Metern Höhe gelegene Passstraße, die ebenso mit einer märchenhaften Aussicht wie auch mit einer blutigen Geschichte versehen ist. Nicht umsonst beinhaltet der Name der Sehenswürdigkeit auch den Familiennamen des wohl größten Tyrannen der Inselgeschichte: Hernán Peraza. Dieser soll im 15. Jahrhundert in Zusammenarbeit mit seiner Frau mit eiserner Hand über die Insel regiert haben, wobei er insbesondere die Ureinwohner La Gomeras einer strengen und skrupellosen Politik unterwarf. Dass er die Guanchen mit Vorliebe als Sklaven verkaufte, hinderte Peraza letztlich aber nicht daran, sich mit der Prinzessin des Volkes einzulassen – deren gehörnter Verlobter dann prompt auf Rache sinnte. Von einigen weiteren Guanchen in einen Hinterhalt gelockt, fand sich der Inselgraf letztlich in einer Höhle just unterhalb der heutigen Passstraße wieder und wurde dort ermordet. Diese Tat verlieh der ohnehin wachsenden Widerstandsbewegung der Ureinwohner einen enormen Impuls und führte innerhalb kürzester Zeit zu einer inselweiten Rebellion, die aber rasch durch die nicht minder despotische Ehefrau des ermordeten Grafen niedergeschlagen wurde. Die Höhle an sich kann heute nicht mehr besichtigt werden – viel schöner ist aber ohnehin der Blick aus luftiger Höhe.

Von der Degollada de Peraza aus kann ein beeindruckender Blick auf die umliegende Landschaft und in Richtung der Schlucht "Barranco de las Lajas" genossen werden, deren karge Felslandschaft sich mit exotischen Wolfsmilchgewächsen zu einem überaus sehenswerten Ganzen vereint. Neben der Wanderstrecke, die zurück zur Hauptstadt San Sebastián führt, kann außerdem auch eine weitere Route in Richtung der Roques de Hermigua eingeschlagen werden.