Kulinarisches von La Gomera

La Gomera bietet Urlaub für alle Sinne - nicht zuletzt auch für den Geschmackssinn. An der Schwelle zwischen Europa und Afrika gelegen, haben die Kanarischen Inseln stets eine ganz eigene Küche zu bieten gehabt, die sich in vielen kleinen Aspekten durchaus auch von der festlandspanischen unterscheidet. Selbst innerhalb der Kanaren finden sich noch viele, inseleigene Unterschiede – so auch auf La Gomera, das eine ganze Reihe an traditionellen Gerichten zu bieten hat, die bei keinem Besuch der Insel auf der kulinarischen Reiseroute fehlen dürfen.

Einer der Aspekte, der aus der spanischen Küche übrigens durchaus den Weg auf die Insel gefunden hat, ist die Vorliebe zu Tapas – kleinen Häppchen, die als Vorspeise konzipiert sind, aber teilweise an sich schon als eigenständiges Gericht reichen können. Der Vorteil von Tapas ist, dass man sich mühelos durch eine große Palette an unterschiedlichen Speisen probieren und auf diese Weise sein neues Lieblingsgericht entdecken kann. Alternativ finden sich in Orten wie dem Valle Gran Rey, San Sebastián oder Hermigua natürlich auch exzellente Restaurants internationaler Küche, die für jede Geschmacksrichtung genau das Richtige parat halten.

Was gibt es Schöneres, als sich nach einem langen Wandertag auf der Insel oder einem ausgelassenen Tag am Strand eine herzhafte Mahlzeit zu gönnen? Die traditionell gomerische Küche orientiert sich besonders stark an frischen Fisch- und Meeresfrüchtegerichten und mag es rustikal bis deftig. Es lohnt sich, sich in den Tavernen und Restaurants der Küstenorte nach dem jeweils aktuellen Tagesfang zu erkundigen – häufig können die Köche die besten Empfehlungen geben. Besonders gepriesen werden neben diversen Tintenfischgerichten auch der „Vieja“, der zu den kulinarischen Delikatessen der gomerischen Küstengewässer zählt.

Auch Hammel-, Hühnchen- und Kaninchenfleisch zählen zu den üblichen Gerichten auf der gomerischen Speisekarte. Eine besondere Spezialität ist hierbei das „Conejo en salmonejo“ - ein Kaninchenbraten. Eine klassische Beilage sind dazu die gomerischen Runzelkartoffeln namens „Papas arrugadas“, die ungeschält gekocht und von einer festen Salzkruste umschlossen gereicht werden. Unbedingt probiert werden sollte außerdem auch das gomerische Nationalgericht „Gofio“: Hierbei handelt es sich um eine geröstete Getreidemischung, oft aus Mais- und Weizenmehl bestehend, die entweder als Beilage zu verschiedenen Speisen oder in Brotform vermischt mit dem sehr empfehlenswerten Ziegenkäse der Insel gereicht wird. Letzterer ist geräuchert auch unter dem Namen „Semicurado“ bekannt und wird gerne auch zu „Almogrote“, einem knoblauchlastigen Püree aus Käse, verschiedenem Gemüse und Olivenöl verarbeitet. Knoblauch ist allgemein eine populäre Zutat in der gomerischen Küche: Wer es scharf mag, der sollte daher unbedingt auch die Knoblauchsoße „Mojo“ verkosten, die es sowohl in einer paprikareichen, roten als auch in einer petersiliebasierten, grünen Variante zu bestellen gibt.

Zum Dessert mögen es die Gomeros süß: Neben diversen Milch- und Eierspeisen wie „Leche Asada“, einer Art Vanille-Karamellpudding, und der oft zu Eis oder Pudding gereichten Mandelcreme „Bienmesabe“ findet sich auch auf der ganzen Insel ausgesprochen leckeres Gebäck. Dazu passt hervorragend der starke, mit Kondensmilch versetzte Kaffee „Cortado“ oder ein „Gomerón“, das traditionelle Rumgetränk der Insel. Letzteres ist mit „Miel del Palma“ oder Palmenhonig, einer kulinarischen Spezialität La Gomeras, versetzt und daher besonders süß. Palmenhonig wird gerne auch zur Süßung anderer Speisen und Getränke verwendet und findet auch bei der Herstellung von „Mistela“, einem gomerischen Orangenschnaps auf Palmenhonigbasis, Verwendung. Wer es weniger süß mag, der kann aber natürlich auch einen der herrlich aromatischen Weine der Insel verkosten – auf La Gomera sagt man für Prost übrigens „Salud“!