Land & Leute

Geografie 
Lage

La Gomera gehört zum Archipel der Kanarischen Inseln und ist mit einer Fläche von rund 370 Quadratkilometern die zweitkleinste Insel dieser Inselgruppe im Atlantischen Ozean. Links von La Gomera liegen die Inseln La Palma und El Hierro, im Osten befindet sich Teneriffa. La Gomera ist rund 300 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt.

Klima

La Gomera befindet sich in der subtropischen Klimazone, die jedoch im Norden und im Süden der Insel unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Heiße, trockene Sommer und warme, aber bisweilen feuchte Winter sind charakteristisch für ganz La Gomera; im Norden ist es dabei ganzjährig feuchter als im Süden. Auch die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig hoch - ebenso wie die Wassertemperaturen zum Baden.

Flora & Fauna

Trotz seiner vergleichsweise geringen Größe bietet La Gomera eine bemerkenswerte Artenvielfalt in Flora und Fauna, die vor allem den unterschiedlichen Klimabedingungen im Norden und Süden der Insel zuzuschreiben ist. Im Gegensatz zum trockenen Süden findet sich im feuchten Norden La Gomeras eine ausgesprochen üppige Vegetation, zu der neben Lorbeerwäldern auch verschiedene Dattelpalmen und tropische Obstbaumarten wie Mangobäume und Bananenstauden zählen. Im Süden der Insel dominiert hingegen ein wüstenähnlicheres Vegetationsbild: Hier finden sich neben Dickblatt- und Wolfsmilchgewächse wie der Kandelaberwolfsmilch überwiegend Agaven, die in ihren Blättern Wasser speichern und so auch längere Trockenperioden problemlos überstehen können. Die Fauna La Gomeras ist weniger artenreich als ihre Flora – die größte Artenvielfalt lässt sich daher unter Wasser entlang der Küsten des Eilands bestaunen, wo neben Delfinen und Walen auch Haie und Tintenfische zu den häufig anzutreffenden Meeresbewohnern zählen. An Land begegnet man vor allem diversen Eidechsenarten und einer relativ großen Vielfalt an Sing- und Greifvögeln. Giftige Tiere oder Raubtiere gibt es auf La Gomera keine.

Gebirge

Im Herzen der Insel La Gomera liegt der 1500 Meter hohe Gipfel „Alto de Garajonay“, der - abgesehen vom Tafelberg "La Fortaleza" - die einzige nennenswerte Erhebung der Insel darstellt. Umgeben ist der Berg von einem weitläufigen Hochland, das zum Garajonay-Nationalpark gehört und große Teile La Gomeras einnimmt – und so den hervorragenden Ruf als Wander- und Kletterdestination begründet, dessen sich La Gomera erfreut.

Menschen 
Bevölkerungca. 23 000 Menschen
Gemeinden

La Gomera besteht aus den sechs Gemeinden Hermigua, Agulo, Vallehermoso, Valle Gran Rey und Alajeró sowie der Hauptstadt San Sebastián. Die Insel ist Teil des westlichen Verwaltungsgebiets Santa Cruz de Teneriffa der kanarischen Inseln, dem auch noch Teneriffa, El Hierro und La Palma angehören.

Migration

La Gomera ist ein beliebtes Einwanderungsland bei Deutschen. Rund 10% der Gesamtbevölkerung der Insel stammt aus dem Ausland, wobei Deutschland das mit Abstand dominanteste Herkunftsland ist. Weitere Herkunftsländer von Migranten sind Kolumbien, Kuba und Venezuela. Ein wachsendes Problem stellt auf allen kanarischen Inseln die illegale Einwanderung afrikanischer Flüchtlinge dar.

Sprachen

Die offizielle Amts- und Umgangssprache auf La Gomera ist Spanisch. Mit Deutschkenntnissen kommt man auf der Insel aufgrund der hohen Einwandererzahl aus Deutschland inzwischen aber ebenfalls gut zurecht, und auch Englisch wird auf der vom Tourismus geprägten Insel weitflächig gesprochen und verstanden. Die Kenntnis einiger Spanischfloskeln ist dennoch empfehlenswert und wird Ihnen sicherlich das ein oder andere freundliche Lächeln einbringen. Wer es exotisch mag, der kann sich auch mit der Pfeifsprache „El Silbo“ beschäftigen, die von den Ureinwohnern La Gomeras – den Guanchen – entworfen wurde und auch heute noch verwendet wird. Sie ist allein auf La Gomera anzutreffen.

Religion

Da La Gomera Teil des spanischen Staatsgebietes ist, ist die offizielle Religion der Insel der Katholizismus. Der Religion kommt nach wie vor eine große Bedeutung auf der Insel zu, was sich unter anderem in den zahlreichen katholischen Feiertagen und Festlichkeiten widerspiegelt, die hier im Laufe des Jahres begangen werden.

Regierung 
Offizieller Name

Reino de España (dt. Königreich Spanien)

Status

Spanien ist seit 1978 eine parlamentarische Monarchie.

Politische Institutionen

Der spanische König hat als Staatsoberhaupt überwiegend repräsentative Funktionen inne: Er ernennt und entlässt den Regierungschef nach Rücksprache mit dem Kongress, ernennt auf Vorschlag des Ministerpräsidenten die Regierungsmitglieder und verfügt über die Befehlsgewalt der Streitkräfte des Landes. Die Exekutive obliegt der Regierung, die vor dem sogenanten „Cortes Generales“ - dem Parlament – verantwortlich ist. Letzteres besteht aus dem Kongress der Abgeordneten und dem Senat. Beide Kammern sind sowohl für die Gesetzgebung als auch für den Staatshaushalt verantwortlich und werden alle 4 Jahre vom Volk gewählt. Außerdem verfügen sie auch über das Recht zu einem Misstrauensvotum gegen den Regierungschef oder einen Minister seines Kabinetts. Zu den größten Parteien Spaniens zählen die christlich-konservative „Partido Popular“, die sozialdemokratische „Partido Socialista Obrero Español“ und die in der politischen Mitte situierte „Unión, Progreso y Democracia“. 2014 wurde außerdem die bislang eher umstrittene linksradikale Partei „Podemos“ gegründet, die als Reaktion der Bevölkerung auf die anhaltende wirtschaftliche Krise im Land gesehen werden kann.

Staatsoberhaupt

Seit Juni 2014 ist Felipe VI der amtierende König Spaniens.

Regierungschef

Seit Dezember 2011 ist Mariano Rajoy der amtierende Regierungschef Spaniens.

Hymne

Der Name der spanischen Nationalhymne lautet „Marcha Real“ (dt. "Der königliche Marsch"). Sie entstand in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und zählt somit zu den ältesten Nationalhymnen der Welt. Die spanische Nationalhymne zählt zu den wenigen Hymnen weltweit, die über keinen offiziellen Text verfügen.

Wirtschaft 
Wirtschaftszweige

Tourismus, Landwirtschaft (insbesondere Bananen), Fischfang

Tourismus

Der Tourismus zählt zu den Haupteinnahmequellen La Gomeras und wird seit den 1990er Jahren beständig ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf die Entwicklung eines sogenannten „sanften“ Tourismus gelegt: Ziel ist es, die zunehmende Ausrichtung der Insel auf den Tourismus möglichst nachhaltig und schonend für die Umwelt zu gestalten und eine authentische Annäherung an die lokale Kultur zu ermöglichen, ohne diese negativ zu beeinflussen oder gar zu zerstören. Strand- und Pauschaltourismus sind daher in weniger großem Ausmaße auf La Gomera anzutreffen als Natur-, Aktiv- und Wanderurlaube.

Pro-Kopf-Einkommen

ca. 22.200 Euro

  
Medien 
Zeitungen

Auf La Gomera gibt es zwei regelmäßig erscheinende deutsche Zeitungen: Zum einen das satirisch-humorvolle Magazin „Der Valle Bote“, das nach dem zeitlichen Gutdünken der Herausgeber erscheint, und zum anderen das alle zwei Wochen erscheinende „Wochenblatt. Die Zeitung der Kanarischen Inseln“. In den touristischen Orten der Insel finden sich mit etwas Glück auch deutsche Zeitungen und Zeitschriften in den Kiosk-Auslagen.

Tourismus

Auf La Gomera gibt es einen Radiosender, der rund um die Uhr ein deutschsprachiges Programm bietet: das „Radio C.L.M“. Darüber hinaus können auch diverse bayrische Rundfunksender, „Radio Regenbogen“ und „Energy Deutschland“ auf der Insel empfangen werden.

Pro-Kopf-Einkommen

Die gängigen deutschen Fernsehsender können in der Regel oft auch auf La Gomera empfangen werden – dazu zählen Pro7 und RTL genauso wie ARD und SAT1. Außerdem laufen täglich spanische Nachrichten zu allen kanarischen Inseln und diverse spanischsprachige Fernsehprogramme.