Torre del Conde

Der Torre del Conde, dessen Name übersetzt soviel wie "Turm des Grafen" bedeutet, gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der gomerischen Hauptstadt San Sebastián. Der denkmalgeschützte Festungsturm liegt nicht weit vom Hafen der Hauptstadt entfernt und zählt zu den letzten Überresten einer mittelalterlichen Wehranlage, die einst die ganze Stadt umgab - wer also Interesse an einem kurzweiligen Exkurs in die Geschichte der Insel La Gomera hat, der ist hier genau an der richtigen Adresse.

File 119Der Torre del Code wurde bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut und im Jahr 1960 grundlegend restauriert. Das in einer pittoresken Grünanlage gelegene Monument bietet Besuchern zunächst einen eher nüchternen Anblick – rote Ziegelsteine und weiß gekalkte Wände vermitteln ein ebenso robustes wie schmuckloses Erscheinungsbild und machen deutlich, zu welchem Zweck der Turm erbaut wurde. Tatsächlich wurde der Torre del Conde während der Zeit der Guanchen-Aufstände errichtet, um die spanischen Besatzer der Insel vor Übergriffen der Einheimischen zu schützen. Später geriet die Hauptstadt dann ins Visier von Piraten und musste sich wiederholt gegen Übergriffe von See aus wehren - besonders stark litt La Gomera im 16. und 17. Jahrhundert unter den teils groß angelegten Piratenraubzügen. Der Torre del Conde ist eine der wenigen mittelalterlichen Strukturen, die noch einen Einblick ins historische Stadtbild San Sebastiáns erlauben. Schließlich wurde der Wehrturm auch noch als Schatzkammer genutzt, in welcher große Teile der gesammelten Beute von den spanischen Eroberungszügen in Amerika aufbewahrt wurde.

Ganz ohne Skandale verlief die Geschichte des Torre del Conde ebenfalls nicht: Der Legende nach legte Christopher Kolumbus auf seiner Reise in die neue Welt einen letzten Zwischenstopp auf La Gomera ein und verliebte sich prompt in die Frau des berühmt-berüchtigten Inselgrafen Hernán Peraza. Diese empfing ihn dann auch im Torre del Conde - welchen genauen Ausgang die Liebesgeschichte dann aber nahm, ist heute leider nicht mehr überliefert. Stattdessen bietet das Museum, das sich inzwischen in den original erhaltenen Innenräumen des Turms befindet, eine sehenswerte kleine Ausstellung zur Geschichte der Seefahrt auf und um La Gomera, zu deren Exponaten neben nautischen Karten auch verschiedenste historische Dokumente zählen.